Rezension: Uwe Böning, Frank Strikker: Zur Zukunft des Business Coaching

Uwe Böning und Frank Strikker sind seit Jahrzehnten in der Coaching-Landschaft in Deutschlands tätig und haben durch viele Veröffentlichungen zum Thema Coaching  einen großen Beitrag auf diesem Gebiet – ob Praxis oder Wissenschaft - geleistet.

Mit 13 Jahren Praxiserfahrung als Vorstandsmitglied EASC und 12 Jahren Mitarbeit im Roundtable Coaching (RTC) habe ich dieses Buch mit Begeisterung gelesen, ein Buch, das es so noch nicht gegeben hat.

In diesem Buch vermitteln die Herausgeber mit Beiträgen von über 30 Expert:innen einen wertvollen Einblick zur Frage der Zukunft des Business Coaching.

Dabei gliedern sie dieses Buch mit 350 Seiten in sieben Kapitel:

  1. Eine kurze Geschichte des Coachings in der Moderne
  2. Perspektive: Unternehmen und Organisationen
  3. Perspektive: Verbände
  4. Perspektive: Wissenschaft, Hochschule und Ausbildung
  5. Perspektive: Digitale Coaching Plattformen
  6. Innovationen: Eine schöne neue Coaching-Welt?
  7. Denken in Szenarien: Perspektiven einer neuen Coaching-Welt

In Kapitel 2 kommen dabei Stefan Stenzel (SAP), Heike Schneeweiß (BMW), Martin Krimphove (Uniper SE), Sylvia Borcherding (50Hertz), Rainer Radloff (Jobcenter Arbeitsplus Bielefeld), Christian Piehler (DLR) und Ute Symanski (Hochschulcoaching) zu Wort.

In Kapitel 3 finden sich Beiträge von Jean-Paul Munsch (bso Schweiz), Isabel Hammermann-Merker (QRC), Margret Fischer (DCG), Peter van Eyk, Susanne Klein und Evelyn Albrecht (EMCC), Susanne Rieger (EASC), Lutz Salamon (Roundtable Coaching).

In Kapitel 4 finden sich Beiträge von Carsten Schermuly (SRH Berlin), Reinhard Stelter (Universität Kopenhagen), Thomas Bachmann (artop), Erich Schäfer (Ernst-Abbe-Hochschule Jena), Heidrun Strikker (SHS Consult) und Michael Stephan (Philipps-Universität Marburg).

Kapitel 5 wird bestritten mit Beiträgen von Elke Berninger-Schäfer (CAI Karsruhe), Tina Deutsch (CoachHub), Lucas Mundensee (coachingspace) und Simone Mählmann (evelop_me).

Im Kapitel 6 führen uns in die schöne neue Coachingwelt Beiträge von Anna Schnell und Nils Schnell (MOWOMIND), Dominique Stroh (Futurework Consulting), Uwe Böning (Böning-Consult) und Swen Schneider (Frankfurt University of Applied Sciences) und Timon Dürr (Coach).

Im Kapitel 7 findet sich ein Beitrag von den Herausgebern dieses Buches unter dem Titel: „Zukunft des Coachings: Glaskugel, Spekulation oder realistische Szenarien“.

Als Schlusswort findet sich ein 10-seitiger Beitrag der Herausgeber mit der Aufforderung zur Diskussion, die sie mit drei Überschriften versehen:

  • Die Digitalisierung
  • Der künftige Markt
  • Die politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

Damit bringen die Herausgeber viele Akteure aus Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft zum Beschreiben aktueller Wirklichkeit zum Thema Business Coaching aus verschiedenen Perspektiven, ebenso aber auch Beiträge zum Thema Digitale Coaching Provider (DCP).

Doch bleibt es dabei nicht nur bei der Beschreibung des status quo sondern weiter geht es explizit um die Frage der Zukunftsgestaltung für das wichtige Thema Business Coaching.

Mit diesen verschiedenen Beiträgen und Perspektiven schieben die Herausgeber eine wichtige Auseinandersetzung und Diskussion zu diesem Thema an, die es in dieser Klarheit, Vielstimmigkeit und unterschiedlichen Perspektiven so noch nicht gegeben hat. Dies stellt einen sehr bedeutsamen Beitrag zur weiteren Professionalisierung von Coaching dar. Und gleichzeitig weisen die Beiträge deutlich auf die Veränderungen der Zukunft hin, denen sich Coaches und Verbände zusammen mit Vertretern der Wissenschaft und Anbietern am Markt stellen müssen.

Die Coachingbranche ist einem Zustand der Veränderung, der geprägt ist von einer Vielzahl von einzelnen Akteuren in einem nicht regulierten oder normierten Arbeitsfeld, einer Vielzahl von Coachingverbänden mit sehr unterschiedlicher Prägung und Interessen, dem notwendigem Reflexionsprozess von wissenschaftlicher Seite und einer sich rasant entwickelnden digitalen Welt. Welche Qualitätskriterien sind dabei Maßstab, welche Evidenz lässt sich aufzeigen, welche Wirkfaktoren sind bedeutsam? Diese Auseinandersetzung in einem gemeinsamen Chor der Akteure ist schon lange ausstehend und ist auch in der Arbeit des Roundtable Coachings nicht zu der einen oder auch polyphonen Stimme geworden, den dieses Arbeitsfeld so sehr benötigt. Dabei wird die Bedeutung des Roundtable Coachings in verschiedenen Beiträgen betont, die Vertreter:innen der Verbände vermochten es aber bisher nicht, hier gemeinsam für eine gemeinsame Zukunft des Coachings zu agieren. Vielleicht kann dieses Buch auch hierbei einen Beitrag leisten, die Notwendigkeit zu erkennen, dass Verbände, Coaches, Vertreter:innen der Wirtschaft und Wissenschaft künftig viel mehr herausgefordert sind, dieses bedeutsame Feld gemeinsam zu bestellen.

Fazit: Das Buch ist ein großes Geschenk und ein wake up call für alle Menschen, die aus verschiedenster Perspektive die Profession Coaching fokussieren und lädt zur dringend notwendigen, reflektierten und kritischen Auseinandersetzung und Diskussion ein!

Ein Dank an die Herausgeber, die sich die Mühe zu diesem Buch gemacht haben! Ein Buch, das ein „must have“ für die darstellt, die sich ernsthaft mit dem Thema Business Coaching auseinandersetzen.

 

Volker Tepp