Prüfungen: vom Ausnahmefall zum erprobten Format

Was während der Pandemie als Improvisation begann, ist bei einigen Instituten zu einem durchdachten Format gereift. Das Institut Wegedreieck in Münster hat seine Coaching- und Supervisionsprüfungen in einem hybriden Setting durchgeführt: Kandidat:innen und Moderation vor Ort, die Prüfer:innen digital zugeschaltet – mit dem CQS als Versuch abgestimmt und sorgfältig dokumentiert. Andere Institute, darunter die Würzburger Akademie für Empowerment-Coaching und Intelligent Change Solutions, haben ebenfalls Prüfungen hybrid oder vollständig online abgenommen.

Der wichtigste Ertrag der Diskussion war weniger eine Technikfrage als eine Haltung: Es geht nicht um „entweder Präsenz oder digital", sondern um ein „Sowohl-als-auch". Die Institute können das Format wählen, das zu ihrer Situation passt – solange Qualität und Fairness gewahrt bleiben: vergleichbare Maßstäbe, eine gute Vorbereitung der Prüfer:innen und der verlässliche Abgleich der Bewertungen untereinander. Was uns dabei besonders gefreut hat, war das Vertrauen im Kreis und die große Bereitschaft, konkrete Erfahrungen offen miteinander zu teilen.


Organisationsentwicklung: eine dritte Profession nimmt Gestalt an

Neben Coaching und Supervision entwickeln wir derzeit die Organisationsentwicklung (OE) als dritte EASC-Profession. Eine kleine Arbeitsgruppe treibt das voran – nicht als eigenen, abgekoppelten Weg, sondern aufbauend auf dem, was Coaching und Supervision schon ausmacht. Im neuen Manual ist OE bereits angelegt; nun geht es darum, Profil und Zugangswege zu schärfen.

Leitend ist dabei ein klares Selbstverständnis: OE im Sinne der EASC bleibt menschenzentriert. Sie denkt Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie zusammen und verliert über Strukturen und Effizienz nie die Menschen aus dem Blick. Ein erstes Arbeitstreffen von potenziellen Ausbildern findet am 17./18. Juli in Berlin statt; bis zum Herbst wollen wir die Kriterien so weit klären, dass ein tragfähiger Pilot starten kann.
 

Wie es weitergeht

Persönlich wiedersehen werden wir uns als Institutsverantwortliche beim Kongress EASC Connects in Budapest, wo das nächste Treffen am 18. September stattfindet; ein weiteres folgt online im Dezember.

Wir freuen uns, wenn dieser kleine Einblick spürbar macht, mit wie viel Sorgfalt und gegenseitigem Vertrauen in den Instituten an der Weiterentwicklung unseres Berufsstands gearbeitet wird.


Christoph Schalk,  
Sprecher der EASC-Institute