KI in Coaching und Supervision
Teil 4: Prompts
„Prompts“ heißen die Befehle, mit denen wir einer KI mitteilen, was wir von ihr wollen. Die Erstellung effektiver Prompts ist entscheidend, um das volle Potenzial von KI-Modellen zur Texterstellung auszuschöpfen. Nirgends gilt das gute alte „GiGo“ (Garbage in, Garbage out) so sehr, wie bei der Abfassung der Anweisungen an eine KI, was sie erstellen soll. Ein gut formulierter Prompt macht oft den Unterschied zwischen einem künstlich wirkenden und einem ansprechenden Text.
Was ist ein Prompt: Ein Prompt ist Deine schriftliche Aufforderung an ein KI-Modell, um eine von Dir bestimmte Information oder einen Textvorschlag zu erhalten. Je klarer und spezifischer der Prompt formuliert wird, desto besser kann das Modell die gewünschten Informationen liefern. Ein effektiver Prompt sollte daher klar formuliert und auf das gewünschte Ergebnis ausgerichtet sein.
Tipps zur Erstellung effektiver Prompts:
(PS: Um zu sehen, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können, lade ich Dich ein, die Anweisungen zunächst einzeln einzugeben und anschließend alle Teil-Kommandos zusammen als Prompt zu verwenden. So siehst Du am besten, wie groß der Einfluss unserer Eingaben auf die Ergebnisse einer KI sind.)
- Klarheit und Präzision: Beginne mit einer klaren und präzisen Frage oder Anweisung. Vermeide vage oder mehrdeutige Formulierungen. Ein klarer Prompt könnte beispielsweise lauten: "Erstelle einen Blogbeitrag über die Vorteile von Achtsamkeit im Arbeitsalltag."
- Kontext bereitstellen: Gib dem Modell genügend Kontextinformationen, um die Anfrage zu verstehen und die erforderlichen Informationen zu recherchieren. Dies können Informationen über die Zielgruppe, den gewünschten Ton oder spezifische Details umfassen, die im Text enthalten sein sollen. Zum Beispiel so: „Schreibe für junge Führungskräfte im mittleren Management, die sowohl von ihren Vorgesetzten als auch von ihren Mitarbeitenden gefordert werden“.
- Beispiele verwenden: Wenn möglich, gebe Beispiele für die Art von Antwort, die Du erwartest oder Dir wünschst. Dies kann dem Modell helfen, den gewünschten Stil oder die Struktur besser zu erfassen, Beispiel: „Schreibe so, als würde eine gute alte Freundin der Familie Dich an ihren jahrzehntelangen Erfahrungen teilhaben lassen“.
- Iteratives Vorgehen: Sei bereit, den Prompt anzupassen und zu verfeinern, basierend auf den erhaltenen Ergebnissen. Manchmal erfordert es mehrere Versuche, um den perfekten Prompt zu finden. Dabei kann es helfen, einen neuen Chat zu eröffnen, da die bisherigen Fragen und Antworten, die sich bereits im Verlauf befinden, auf die neuen Antworten auswirken. Teile Dein Hauptthema lieber in mehrere Unternehmen auf (z.B. Achtsamkeitsübungen vor der Arbeit, während des Arbeitstags, nach dem Arbeitstag) und verwende eine Anweisung, die gute Ergebnisse bringt, durch Kopieren & Einfügen erneut für ein weiteres Teilthema.
- Spezifische Anweisungen: Gib spezifische Anweisungen, wenn Du bestimmte Elemente im Text benötigst, wie z.B. eine Einleitung, Zwischenüberschriften oder eine Schlussfolgerung. Hierbei hat es sich bewährt, ein Thema zu umschreiben und die KI zu bitten, zunächst ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen. Bitte die KI dann, die jeweiligen Punkte auszuformulieren: „Bitte schreibe nun die Einleitung im Sinne des Inhaltsverzeichnisses“, „Bitte schreibe nun den ersten Abschnitt: Achtsamkeit zum Tages-Start“ usw. Denke auch daran, Dir einen Teaser-Text oder eine Caption für Social Media vorschlagen zu lassen, sobald der eigentliche Text Deinen Vorstellungen entspricht! Der Hinweis „schreibe (…) SEO-optimiert“ sorgt dafür, dass Kollege Computer daran denkt, dass die richtigen Suchbegriffe berücksichtigt werden.
- Vermeidung von Überladung: Halte den Prompt fokussiert und vermeide es, zu viele Informationen oder Anforderungen in einem einzigen Prompt zu bündeln. Dies kann das Modell überfordern und zu weniger präzisen Ergebnissen führen. Nutze stattdessen lieber Prompts, die einen Dialog mit Dir führen und dafür sorgen, dass ihr gemeinsam alle notwendigen Informationen zusammentragt. Zum Beispiel mit dem continuous problem solving process: „Bitte wende mit mir den continuous problem solving prozess an. Frage mich zuerst, welches Problem ich lösen möchte und führe mich dann mit Fragen durch den Prozess, der zur Problemlösung führt“.
Fazit: Die Kunst der Erstellung effektiver Prompts liegt in der Balance zwischen Klarheit, Präzision und einem ausreichendem Kontext, damit die KI verstehen kann, was Du von ihr willst. Durch die Anwendung dieser Tipps kannst Du sicherstellen, dass Du qualitativ hochwertige und ansprechende Inhalte von dem KI-Modell erhältst, die Du dann stilistisch überarbeiten und mit Beispielen versehen kannst.
Über diesen Link bzw. den folgenden QR-Code kommst Du zu einer Seite in meinem Canva-Account, in dem ich den Prozess der Erstellung eines Blogbeitrags beispielhaft abgebildet habe.
Viel Spaß beim Nachbauen!
Herzliche Grüße aus Düsseldorf,
und ein glückliches und gesundes 2025,
Euer Frank